Eine Frage der Perspektive

Eine tiefe Wirtschaftskrise, der Ölpreisverfall, weitreichende Armut, anhaltende Korruption, Militarismus und EU-Sanktionen … die Liste der Brandherde in der russischen Gesellschaft ist lang und komplex. Seit dem Fall des Eisernen Vorhanges sah es nicht mehr so schlecht um die europäisch-russischen Beziehungen aus wie im Moment. Es sind Themen, die große Teile der Gesellschaft zwischen Kaliningrad und Wladiwostok betreffen – und doch scheint sich im Hause von Mutter Russland nur wenig Aktivismus zu regen. Wir präsentieren in diesem Bericht, was uns die bevorstehende Wahl zur Staatsduma am 18. September 2016 sagt – und was nicht.

Von Marcel, vor

Kommentar: Landtagswahlen – Überraschend unüberraschend

Beitragsbild: Wahlkampfabschluss der SPD in Warnemünde © Ralf Roletschek

Am Sonntag, den 4. September 2016 wurde in unserem schönen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Alles lief ähnlich, wie die Meinungsforschungsinstitute vorausgesagt haben, die etablierten Parteien verloren und die AFD gewann Stimmen. Trotzdem war Deutschland überrascht, die Kanzlerin enttäuscht und die „heute Show“ überlegte gar, die DDR wiederaufzubauen. Natürlich ist der Wahlausgang, wenn auch vielleicht nicht so überraschend, ein Zeichen. Wenn eine Partei, die sich offen gegen Zuwanderung und für Grenzschließung einsetzt, zweitstärkste Kraft wird, ist das eine politische Richtung, die kaum mit den Grundsätzen der JEF vereinbar ist.
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